Jungfreisinnige stellen Weichen für die Zukunft

Am vergangenen Freitag wurde Noah Menzi zum neuen Kantonalpräsidenten der Jungfreisinnigen St. Gallen gewählt. Mit ihm konnten fünf weitere engagierte Mitglieder aus dem ganzen Kanton für die Geschäftsleitung gewonnen werden. Weiter hat die Parteibasis endgültig entschieden, dass die Freiheitsinitiative nicht mehr weiterverfolgt wird. Mit den Vorbereitungen der Wahlen und verschiedenen Sammelaktionen steht ein ereignisreiches 2018 bevor.

Mit mehr als 50 Anwesenden haben sich die Jungfreisinnigen zahlreich zur ausserordentlichen Mitgliederversammlung im Wattwiler Thurpark versammelt. Darunter durften auch prominente Gäste wie Imelda Stadler (Vizekantonsratspäsidentin) und Andri Silberschmidt (Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz) begrüsst werden. Das grosse Aufgebot verdeutlicht die wegweisende Bedeutung der Zusammenkunft für die Jungpartei. So stand nebst der Gesamterneuerungswahl der Geschäftsleitung auch die Beschlussfassung zur Freiheitsinitiative auf dem Programm. Diese sah eine ganzheitliche oder steuerliche Trennung von Kirche und Staat im Kanton St. Gallen vor.

Noah Menzi neuer Kantonalpräsident
Im Fokus der personellen Veränderungen stand die Wahl des neuen Kantonalpräsidenten – dem Nachfolger vom Noël Dolder. Ihm gebührt Dank für seine knapp zweijährige Amtszeit. Zur Wahl stellten sich der ebenfalls aus dem Rheintal stammende Thomas Percy, sowie der Toggenburger Noah Menzi. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Mitglieder die Wahl zwischen zwei sehr geeigneten und engagierten Kandidaten hatten. Dies wiederspiegelte sich auch im knappen Wahlausgang. Mit 25 zu 22 Stimmen, bei einer Enthaltung, entschied Noah Menzi das Duell für sich und ist somit neuer Kantonalpräsident der Jungfreisinnigen St. Gallen. Der 19-jährige wohnt in Oberhelfenschwil und ist nebst seinem Studium an der Universität St. Gallen leidenschaftlicher Jungunternehmer. Noah Menzi wird in den kommenden drei Jahren einerseits den Fokus auf der Steigerung der Bekanntheit der Jungfreisinnigen in der Ostschweiz legen und andererseits als konsequent liberale Stimme den politischen Diskurs aktiv mitgestalten.

Weitere personelle Mutationen
Zudem sind aus dem Vorstand Fabienne Bünzli, Salome Zeintl, Lea Lindenmann und Ruben Schuler zurückgetreten. Das grosse Engagement sowie die tatkräftige Arbeit aller abtretenden Geschäftsleitungsmitgliedern wurde mit grossem Applaus gewürdigt. Während ihren Verdankungen versprachen sie sich auch in Zukunft weiter für die Jungpartei und den Freisinn einzusetzen. Zeintl und Schuler bleiben der Partei in den Regionalvorständen erhalten. Fabienne Bünzli hingegen wird als fleissige und langjährige Schafferin im Vorstand der Jungpartei fehlen. Neu in den Vorstand gewählt wurden Vanessa Brühwiler (Züberwangen), Nirosh Manoranjithan (Wangs), Florian Stettler (Mörschwil), Lars Frei (Nesslau) und Alexander Schenk (Wil). Komplettiert wird der Vorstand der Jungfreisinnigen durch die Bisherigen Ramiz Ibrahimovic (Rapperswil) und Jan Bauer (St. Gallen).

Podium Verhüllungsverbot
Für eine Auflockerung sorgte die Podiumsdiskussion zum Thema Verhüllungsverbot. Es debattierten Sascha Schmid (Kantonalpräsident JSVP St. Gallen) mit Andri Silberschmid, moderiert durch Christoph Graf (Geschäftsführer FDP Kanton St. Gallen). Der SVP Vertreter Schmid hatte als Führsprecher des Verhüllungsverbotes bei den Jungfreisinnigen einen schweren Stand. Vor allem bei weiblichen Mitgliedern war die Skepsis gross, ob ein solches Verhüllungsverbot den Frauen hilft.

Nein zur Freiheitsinitiative
Spannend war auch die Abstimmung hinsichtlich der Zukunft der Freiheitsinitiative. Es standen zwei Varianten zur Debatte. Während Variante 1 auf die komplette Trennung von Kirche und Staat abzielte, sollte die Variante 2 die indirekte juristische Kirchensteuer abschaffen. In einer angeregten Diskussion wurden Gründe dafür und dagegen ausgetauscht. Bei der Abstimmung scheiterten beide Varianten. Dies hat zur Folge, dass die Freiheitsinitiative nicht weiter verfolg wird.

Gründe für die Ablehnung des Initiativbegehrens gibt es verschiedene. So vergingen zwischen der ersten internen Ankündigung und des geplanten Einreichtermins im Mai 2018 sehr viel Zeit. Dies hatte zur Folge, dass Leute den Fachausschuss verliessen, neue hinzukamen und die anfängliche Dynamik immer mehr gedämpft wurde. Die inhaltlichen Widerstände seitens der Mitglieder konnten so nicht genügend ausgeräumt werden, was zur Ablehnung beider Varianten führte.

2017-11-27T20:47:27+00:0027. November 2017|