Jungfreisinnige nehmen Stellung zum Baukredit «Visitor Center»

Mit grossem Interesse verfolgen die Jungfreisinnigen See-Gaster die Wehen zur bevorstehenden Abstimmung über den Baukredit des neuen Visitor Center an der Seepromenade in Rapperswil.

Rapperswil. An der kommenden Bürgerversammlung vom 07.Juni 2018 wird das Volk die Möglichkeit haben über die zukünftige Gestaltung der Rapperswiler Seepromenade abzustimmen. Es geht um den Baukredit des Projekts «Visitor Center», beim ehemaligen Zirkusmuseum, direkt beim Stadteingang von Rapperswil. Das Bauvorhaben wurde in den vergangenen Tagen bereits mehrfach in den Medien thematisiert. Dabei geht es um weitaus mehr, als um den Anblick, welcher sich einem bietet, wenn man vom Seedamm her stadteinwärts unterwegs ist.

Umgehung des Submissionsgesetzes

Wie bereits vom Architekturforum Obersee richtig dargestellt, ist die freihändige Planungsvergabe der Stadt schwer nachvollziehbar. Rechtlich und planerisch führt dies zu einer äusserst kritischen Situation, wonach Einsprachen und infolgedessen Verzögerungen möglich sind. Die Vorgaben des IVöB (Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen) ist gem. Art. 1 für die Förderung des wirksamen Wettbewerbs, die Gewährleistung der Gleichbehandlung aller Anbieterinnen und Anbieter sowie einer unparteiischen Vergabe, die Sicherstellung der Transparenz, wie auch die wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel zwingend einzuhalten. Der Schwellenwert bei freihändigen Vergaben ist auf ein Maximum von CHF 150‘000.- festgelegt und wird im vorliegenden Fall um das 2.3-fache überschritten. Das zweifelhafte Argument des geistigen Eigentums nach Art. 16d (IVöB) zur Erwirkung einer Ausnahme wird von den Jungfreisinnigen stark in Frage gestellt.

Ferner vertreten die Jungfreisinnigen die Haltung, dass bei öffentlichen Bauten an prominenten Standorten mit wichtiger Adressfunktion ein grosses Augenmerk auf die architektonische und ortsbauliche Qualität zu legen ist. Ein Architekturwettbewerb wäre demnach ein zielführendes Instrument. Dem Architekturbüro, welches bereits das bestehende Gebäude projektierte, steht eine Teilnahme unter Einhaltung der Teilnahmebedingungen jederzeit offen.

 

Zurück auf Feld 1

Trotz aller Faszination für das Bauen und für eine starke Tourismusregion stehen wir dem Bauprojekt an sich sehr kritisch gegenüber. Mit einem Gesamtkredit von CHF 3.13 Millionen wird eine grosse und langfristig gebundene Investition ohne erkennbare Flexibilität gefordert. In der aktuellen Phase sollte vielmehr ein auf die breiten Bedürfnisse der Bevölkerung (Mehrfachnutzung) angepasstes Tourismuskonzept erarbeitet werden. Darauf aufbauend soll aufgezeigt werden wie mit kosteneffizienten und beispielsweise auch temporären Einrichtungen, die Attraktivität für Touristen und Bewohner gesteigert werden kann. Ebenso fehlen noch immer Lösungsansätze wie die Touristenwege zwischen den Sehenswürdigkeiten merklich verbessert werden sollen.

Die Jungfreisinnigen See-Gaster empfehlen den
Stimmbürger/Innen sich für eine weitsichtige und flexible Tourismusregion einzusetzen und die Schnellschuss – Vorlage entsprechend abzulehnen. Ohne zeitliche Not können mit einem übergeordneten Konzept bisher gescheiterte Massnahmen verbessert werden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

  • Markus Achermann, Fachverantwortlicher Raumplanung/Umwelt Jungfreisinnige See-Gaster,
    ma@markusachermann.ch, +41 79 378 15 97
  • Dario Grassi, Vizepräsident Jungfreisinnige See-Gaster,
    dario.grassi@hispeed.ch, +41 76 460 86 46
  • Ramiz Ibrahimovic, Präsident Jungfreisinnige See-Gaster,
    ramiz@ibrahimovic.ch, +41 79 104 22 07
  • Dennis Grob, PR-Verantwortlicher Jungfreisinnige See-Gaster,
    grob@hotmail.com, +41 79 402 81 86
2018-05-31T14:23:24+00:0031. Mai 2018|