Jungfreisinnige gegen Verhüllungsverbot

Mit einer Mehrheit von fünf Stimmen wurde im St. Galler Kantonsrat ein Verhüllungsverbot beschlossen. Wird dieses umgesetzt, darf im Kanton St. Gallen auf öffentlichem Raum das Gesicht nicht mehr verdeckt werden. Die Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen (JFSG) lehnen diesen Beschluss klar ab.

Angeführt von der SVP und unterstützt von der CVP hat der St. Galler Kantonsrat am 18. September ein Verhüllungsverbot im gesamten Kanton beschlossen. Die beiden Parteien wollen dadurch ein Zeichen „gegen den frauenfeindlichen religiösen Extremismus“ setzen.

Freie Kleiderwahl
Dieser Beschluss stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre dar, welcher mit einer offenen und toleranten Gesellschaft nicht vereinbar ist. Jede Person soll sich so anziehen, wie es ihr beliebt und wie sie sich wohl fühlt. Die Leidtragenden sind letzten Endes genau die, die man eigentlich beschützen will. Ein Verbot ihrer Kleidung führt nicht zu einer zusätzlichen Emanzipation, sondern zu einem weiteren Ausschluss dieser Frauen aus unserer Gesellschaft.

Nicht mehr Sicherheit
Mehr Sicherheit wird durch dieses Verbot nicht geschaffen. Denn die Umsetzung hätte die Einführung gross angelegter Kontrollen zur Folge, denn jeder Fall muss einzeln beurteilt werden. Dadurch wird Kapazität der Polizei gebunden, welche andernorts fehlen wird. Wir sehen in diesem Verbot die blosse Symbolpolitik durch die beiden Parteien. Den wahren Gefahren wird dabei kaum vorgebeugt.

Vorbild Kanton Glarus
Im Mai 2017 wurde an der Landsgemeinde in Glarus ein kantonales Verhüllungsverbot abgelehnt. Als Grund dafür wurde genannt, dass kein Verbot für ein Problem benötigt wird, welches im Kanton Glarus nicht auftritt. Gleich sieht es im Kanton St. Gallen aus. Nie bis kaum sieht man Frauen in einem Nikab. Sind es wirklich die verschleierten Frauen, welche Angst machen?

Nationales Verhüllungsverbot?
Die Ablehnung im Kanton Glarus ist aber erst ein kleiner Schritt für die Verhüllungsgegner. Denn das Egerkinger Komitee reichte am 15. September in Bern 106’000 Unterschriften für ein nationales Verhüllungsverbot ein. Umso wichtiger ist es, dass der Kanton St. Gallen dagegen hält und ein Zeichen setzt. Deshalb sagen die Jungfreisinnigen St. Gallen mit Überzeugung NEIN zum Verhüllungsverbot.

2017-11-10T12:49:19+00:0022. September 2017|