Jungfreisinnige eigenständig gegen Verhüllungsverbot

Die Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen bedauern den Entscheid des Kantonsrates zum Verhüllungsverbot. Sie unterstützen das Referendum inhaltlich und werden in eigenen Kreisen Unterschriften sammeln. Jedoch wird aus organisatorischen Gründen auf eine Zusammenarbeit mit den Juso und den jungen Grünen verzichtet.

Angeführt von der SVP und unterstützt von der CVP hat der St. Galler Kantonsrat am 27. November ein Verhüllungsverbot im gesamten Kanton verabschiedet. Die beiden Parteien wollen dadurch ein Zeichen „gegen den frauenfeindlichen religiösen Extremismus“ setzen. Die Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen haben bereits im September ihre Ablehnung dieses Gesetzes kundgetan.

Freie Kleiderwahl
Kleidungsvorschriften stellen einen massiven Eingriff in die Privatsphäre dar, welcher mit einer offenen und toleranten Gesellschaft nicht vereinbar ist. Jede Person soll sich so anziehen, wie es ihr beliebt und wie sie sich wohl fühlt. Die Leidtragenden sind letzten Endes genau die, die man eigentlich beschützen will. Ein Verbot ihrer Kleidung führt nicht zu einer zusätzlichen Emanzipation, sondern zu einem weiteren Ausschluss dieser Frauen aus unserer Gesellschaft.

Nicht mehr Sicherheit
Mehr Sicherheit wird durch dieses Verbot nicht geschaffen. Denn die Umsetzung hätte die Einführung gross angelegter Kontrollen zur Folge, denn jeder Fall muss einzeln beurteilt werden. Dadurch wird Kapazität der Polizei gebunden, welche andernorts fehlen wird. Wir sehen in diesem Verbot die blosse Symbolpolitik durch die beiden Parteien. Den wahren Gefahren wird dabei kaum vorgebeugt.

Eigenständiges Sammeln
Die Jungfreisinnigen unterstützen inhaltlich das Referendum gegen das Verhüllungsverbot. Bei der Unterschriftensammlung werden sie allerdings den eigenen Weg gehen. Dies sowohl aus organisatorischen, als auch strategischen Gründen. Mit der No-Billag Initiative nächsten März, sowie dem laufenden Referendum gegen das Geldspielgesetz setzen sich die Jungfreisinnigen aktuell für zwei für sie sehr zentrale Anliegen ein. Dennoch sind die JFSG überzeugt, dass sie auch ohne die enge Zusammenarbeit mit den anderen Jungparteien einen Beitrag zum Gelingen des Referendums leisten werden.

2017-12-04T15:18:06+00:00 4. Dezember 2017|