Jungbürgerliche fordern weniger Spitäler

Mitglieder der Jungfreisinnigen, Jungen CVP und Jungen SVP St. Gallen trafen sich in Mosnang zur alljährlichen Jungbürgerlichen Konferenz. Gesucht wurden dieses Jahr Lösungsvorschläge zur Zukunft des St. Galler Gesundheitswesens.

 

 

Eins steht fest: Die Gesundheitspolitik im Kanton St. Gallen ist ein schwieriges Pflaster. Umso wichtiger, dass die bürgerlichen Parteien zusammenspannen und gemeinsame Interessen vertreten, um die bestmögliche Lösung für Patient und Steuerzahler zu finden. Die bürgerlichen Jungparteien wollen mit gutem Beispiel vorangehen und setzten sich zur Jungbürgerlichen Konferenz 2018 an den runden Tisch, um einen gemeinsamen Nenner in der kantonalen Gesundheitsdebatte zu finden. Zur Jungbürgerlichen Konferenz wurden bewusst auch Vertreter der politisch Linken eingeladen, um einen anderen Blickwinkel auf das heikle Thema zu erhalten. Im Zentrum des jährlichen Anlasses, der dieses Jahr in Mosnang stattfand, standen vier verschiedene Workshops unter der fachlichen Leitung von Ivan Louis (SVP), Andreas Widmer (CVP), Raphael Frei (FDP) und Peter Hartmann (SP), in denen die jungen Poltikerinnen und Politiker die zentralen Probleme im St. Galler Gesundheitssystem diskutierten. Zwei Referate von Donat Ledergerber (Generalsekretär Gesundheits-departement, SP) und Daniel Meier (Leiter Unternehmensentwicklung Spitalregion Fürstenland Toggenburg) dienten der sachlichen Einführung in das Thema. In der abschliessenden «Elefantenrunde» der Präsidenten der drei kantonalen Jungparteien wurden gemeinsame Positionen gesucht und auch gefunden. Die Jungparteien stellen folgende Forderungen:

  • Jungfreisinnige, Junge CVP und Junge SVP unterstützen eine Reduktion der Spitäler zwecks Kosteneinsparungen. Im Fokus der kantonalen Gesundheitsdebatte muss die Frage nach der Wirtschaftlichkeit und der Qualität der Behandlung, und nicht die Regionalpolitik, stehen. Eine qualitativ hochstehende Grundversorgung ist allerdings in jedem Fall zu erhalten.
  • Der Kanton St. Gallen muss eine überkantonale Strategie in der Spitalpolitik anstreben. «Kantönligeist» hilft weder dem Steuerzahler, noch dem Patienten. Leistungskonzen-tration und interkantonale Kooperation sind gefragt.
  • Der Leistungskatalog in der Grundversorgung der Krankenkassen ist zu überprüfen und allenfalls zu kürzen. Transparenz und Flexibilisierungen sollen für mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen sorgen und so die Preisspirale nach oben stoppen.
  • Der Anstieg der Medikamentenpreise muss gestoppt werden. Hierzu sollen auch internationale Kooperationen geprüft werden und Marktliberalisierungen vorgenommen werden.
  • Die Jungparteien appellieren an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Sie ist das beste Mittel, um den steigenden Gesundheitskosten entgegenzuwirken.
  • Innovation und neuartige Versicherungsmodelle (wie z.B. Telmed-Angebote) sind zu begrüssen.

Die drei Jungparteien freuen sich, viele gemeinsame Positionen gefunden zu haben und wollen in Zukunft in der kantonalen Gesundheitspolitik vermehrt für bessere Lösungen zusammenarbeiten.

2018-10-10T14:27:11+00:00 10. Oktober 2018|