Mehr Narrenfreiheit und weniger Staat – auch für Hofläden

Hofladen

"Tafelobst ist Obst, das bei der Abgabe an die Konsumenten sauber und reif, in Form, Farbe und innerer Beschaffenheit normal entwickelt, und frei von Fehlern ist, welche den Konsumwert beeinträchtigen. […] Gemüse muss sauber, unversehrt, sortentypisch, normal entwickelt und erntereif sein. Kartoffeln müssen bei der Abgabe an die Konsumenten sortenrein und möglichst frei von Erdbesatz sein.": Diese Vorschrift und viele mehr finden sich im Infoblatt LMI 036 "Verkauf von Lebensmitteln ab Markt und Bauernhof: Kennzeichnung" des kantonalen Lebensmittelinspektorats.

Grundsätzlich ist es zu begrüssen, dass die kantonale Verwaltung auf neues Konsumverhalten reagiert und allen Beteiligten die geltenden Vorschriften schön gesammelt zur Verfügung stellt. Gleichzeitig bietet das aber auch die Gelegenheit, diese Vorschriften einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Selbstverständlich ist es absolut augenscheinlich, dass Produkte aus Hofläden den Hygiene- und Gesundheitsvorschriften entsprechen müssen: Ist es beispielsweise notwendig, sollen Produkte gekühlt und Angaben zu Allergenen gut sichtbar angebracht werden.

Bei vielen Vorschriften fehlt aber schlicht das notwendige Augenmass und – mit Verlaub – etwas gesunder Menschenverstand. Wieso soll man überhaupt in einem Hofladen einkaufen, wenn dort sowieso alles genau gleich "steril" daherkommt wie in einem normalen Laden? Welches Interesse hat der Gesetzgeber daran, kleinen Hofläden riesigen, unwirtschaftlichen Regulierungsaufwand aufzubürden? Jeder Konsument kann ja selber entscheiden, ob er Kartoffeln mit oder ohne etwas Erde kaufen möchte. Er kann auch einschätzen, ob die Äpfel schön genug sind, dass er sie mit reinem Gewissen erwerben kann. Er darf ja dann, wenn ihm das Angebot nicht passt, einfach in zu einem anderen Hofladen oder in den Supermarkt gehen. Ich denke, das ist jedem freien Menschen zuzutrauen – dafür braucht es den Staat nicht.

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